Wasser kann toben, rauschen und donnern – und im nächsten Moment ganz ruhig und beinahe schwerelos wirken. Zwei Arbeiten in unserer Ausstellung „Wasser – Quelle des Lebens“ zeigen genau diese unterschiedlichen Seiten des Wassers.
Der gemalte Wasserfall – Hannah Giern
Die Arbeit von Hannah Giern, einer Gastkünstlerin und Teilnehmerin des Kindermalkurses bei Werner Laube, nähert sich dem Wasserfall mit Acryl und Farbe. Das Wasser fällt kraftvoll über die Felsen und wird durch die Bewegung der Pinselstriche fast selbst zu einer Landschaft aus Licht und Farbe.

Hier wird nicht einfach ein Wasserfall abgebildet – die Malerei vermittelt einen Eindruck davon, wie sich Wasser bewegt und anfühlt. Die hellen und dunklen Farbtöne lassen die Kraft des fallenden Wassers spürbar werden.
Der fotografierte Wasserfall – Peter Heibel
Peter Heibel hat einen Wasserfall in Berlin-Kreuzberg fotografisch festgehalten. Durch die Langzeitbelichtung wird das fließende Wasser weich und beinahe schwebend. Die Felsen bleiben klar erkennbar, während das Wasser darüber hinwegströmt.

Das Ergebnis wirkt ruhig und gleichzeitig kraftvoll. Man kann sich vorstellen, wie das Wasser rauscht, fällt und unaufhörlich seinen Weg sucht.
Malerei oder Fotografie – kann man das vergleichen?
Ja – und gerade das macht den Vergleich spannend. Hannah Giern und Peter Heibel wählen unterschiedliche Mittel: Acryl und Langzeitbelichtung. Beide setzen sich jedoch mit demselben Naturphänomen auseinander und versuchen, das Fließen des Wassers sichtbar und erlebbar zu machen. Die eine Arbeit entsteht aus Farbe und Pinselstrich, die andere aus Licht, Zeit und Fotografie. Beide zeigen nicht nur, wie ein Wasserfall aussieht – sie erzählen davon, wie Wasser sich bewegt. Vielleicht lohnt es sich, bei Ihrem Besuch einmal genau hinzuschauen: Was macht ein Bild lebendig? Die Farbe? Das Licht? Die Bewegung? Oder unsere eigene Vorstellung davon, wie Wasser klingt? Die beiden Arbeiten von Hannah Giern und Peter Heibel sind in unserer Gruppenausstellung „Wasser – Quelle des Lebens“ im Rahmen der 19. Kunstmeile Baumschulenweg zu sehen.
EH., 06.09.2026
