Am 9. September 2026 startete unser erster Rundgang durch die 19. Kunstmeile Baumschulenweg. Sechs Stationen lagen auf unserem Weg – und jede zeigte eine andere Facette der Kunst und des kulturellen Lebens im Kiez.
1. Station – WBG „Treptow Nord“ eG
Unser Rundgang begann bei der WBG „Treptow Nord“ eG. In beiden Fluren waren Arbeiten von Bärbel Gyalokay zu sehen. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Techniken – von Ölmalerei und Aquarell bis zu Kohle und Bleistift. Ihr Spektrum reicht von naturalistischen bis zu abstrakten Arbeiten.
Gerade die abstrakten Bilder boten viel Gesprächsstoff. Gemeinsam betrachteten und diskutierten wir die unterschiedlichen Bildideen und Techniken. Für uns als Künstlerinnen und Künstler waren dabei viele Anregungen für die eigene Arbeit dabei.
2. Station – Schutzhülle e.V., Frauentreff
Bei Schutzhülle e.V. wurden wir herzlich empfangen. Gleich am Eingang überraschte uns die „Kunstleine“ mit Arbeiten von Kindern im Alter von etwa sechs bis acht Jahren. Die Kinder kommen aus unterschiedlichen Ländern und waren sichtlich stolz darauf, ihre Werke präsentieren zu können.
In der Keramikwerkstatt konnten wir den Frauen bei der Arbeit zusehen. Bunte Keramikarbeiten schmückten die Fenster. Im Obergeschoss wurden außerdem textile Arbeiten und Malerei gezeigt.
Besonders interessant fanden wir die Klecksografie, bei der der Zufall eine wichtige Rolle spielt. Die Station zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten sein können – und wie Kunst Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt.
3.–5. Station – Kunst mitten im Kiez
Anschließend ging es weiter zum DOMICIL-Seniorenpflegeheim Baumschulenweg, zum Kiefholzbäcker (Back-Bär) und zum HOLIDAY LAND Reisebüro.
Malerei, Pixpressionismus und Fotografie begegneten uns an ganz unterschiedlichen Orten. Genau darin liegt für uns ein besonderer Reiz der Kunstmeile: Kunst verlässt den klassischen Ausstellungsraum und wird Teil des alltäglichen Lebens.
Ein Seniorenpflegeheim, eine Bäckerei oder ein Reisebüro werden für einige Wochen zu kleinen Galerien.
6. Station – KIEZKLUB Baumschulenweg
Den Abschluss unseres Rundgangs bildete der KIEZKLUB Baumschulenweg im Schöntaler Weg. Für den Kunstverein Treptow ist es eine besondere Freude und Ehre, in diesem neuen Kiezklub auszustellen.
Hier präsentierte der Kunstverein seine Gruppenausstellung „Wasser – Quelle des Lebens“ mit mehr als 25 Arbeiten. Beteiligt sind:
- Werner Laube
- Änne Laube
- Ingrid Walter-Kruppe
- Udo Heinzel
- Reinhold Erben
- Celina Schröder
- Elena Lauf
- Anni Kaufhold
- Paul Mattern
- Frieda Hildebrant
- Peter Heibel
- Jan Joshi Gießmann
- Egon Höcker
- Vivien Drewes
- Hannah Giern – Gastkünstlerin
Die Ausstellung zeigt unterschiedliche künstlerische Sichtweisen auf das Wasser – seine Schönheit, seine Kraft und seine Bedeutung für unser Leben.
Wir wurden herzlich empfangen. Werner Laube stellte die Ausstellung und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler vor. Anschließend zeigte Hugo einen etwa 30-minütigen Film über die Aktivitäten des Kunstvereins im Jahr 2025. Zu sehen waren unter anderem Eindrücke aus Słońsk und Angerville, von der 18. Kunstmeile sowie von weiteren Ausstellungen und Projekten.
Danach führte Werner durch die Ausstellung und gab zu den einzelnen Arbeiten und Künstlern weitere Erläuterungen. So wurde aus dem Rundgang nicht nur ein Besuch einer Ausstellung, sondern auch eine Begegnung mit unserer gemeinsamen Arbeit.
Ein Rundgang, der verbindet
Sechs Stationen, ganz unterschiedliche Menschen, Techniken und Orte – genau das macht die Kunstmeile aus. Sie bringt Kunst dorthin, wo Menschen leben, arbeiten und sich begegnen.
Für uns war der Rundgang deshalb mehr als ein Spaziergang von Ausstellung zu Ausstellung. Er war ein Austausch über Kunst, ein Kennenlernen und ein gemeinsames Erlebnis.
Wir können wirklich stolz darauf sein, mit unserer Ausstellung „Wasser – Quelle des Lebens“ Teil dieser Kunstmeile zu sein.
Unser Dank gilt Frau Sayili für die Organisation der 19. Kunstmeile, Werner Laube für die Planung und Organisation unserer Ausstellung und allen Künstlerinnen und Künstlern, die sich beteiligt haben. Danke auch an Peter für einen Teil der fotografischen Dokumentation sowie an Paul, Hugo und Vivien für ihre tatkräftige Unterstützung beim Aufbau der Ausstellung.
Kunst entsteht nicht nur auf der Leinwand. Sie entsteht auch durch Begegnung, Austausch und gemeinsames Engagement.
EH., 10.09.2026
