Hans-Joachim Kühn erzählt von seiner Leidenschaft für das Erpetal und die Naturfotografie.

Das neue Format „Galerie 2.0“ ist erfolgreich gestartet. Viele Gäste, vor allem Freunde und Bekannte des Fotografen, waren gekommen, um die Ausstellung „Natur-Kleinod Erpetal“ von Hans-Joachim Kühn zu sehen und mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Natur Kleinod Erpetal    Hans Joachim Kühn

Ein wenig improvisieren mussten wir an diesem Abend. Bis 19 Uhr fand noch Max’ Yoga-Kurs statt. Danach wurden kurzerhand die Stühle verteilt – jeder Gast bekam zur Begrüßung einen Stuhl in die Hand gedrückt. Eine kleine, durchaus amüsante Situation, die sofort für eine lockere Atmosphäre sorgte.

Auch das anschließende Gespräch mit Hans-Joachim Kühn war unkompliziert, persönlich und mit einer guten Portion Humor gewürzt.

Die Leidenschaft für das Erpetal

Hans-Joachim Kühn erzählte von seiner Leidenschaft für die Landschafts- und Naturfotografie. Vor rund 20 Jahren entdeckte er das Erpetal für sich. Seitdem ist er dort immer wieder mit seiner Kamera unterwegs und hält die besondere Natur dieses Kleinods fest.

Fischreiher im Erpetal   Hans Joachim Kühn

Manchmal gehört auch eine gehörige Portion Glück dazu. Ein Fischreiher mit einem Fisch im Schnabel, zwei Blindschleichen, die dicht aneinander im Schilf liegen, oder Kraniche, die im Erpetal landen und auf Nahrungssuche gehen – solche Momente lassen sich nicht planen.

Dabei ist der Fotograf mit Tele- und Makroobjektiven unterwegs. Zu jeder Tages- und Jahreszeit. Nur eines stellte er klar: „Im Tarnanzug fotografiere ich nicht.“

Vom Rollfilm zur digitalen Fotografie

Seine Begeisterung für die Fotografie begann bereits in der Kindheit. Sein Vater hatte ihn inspiriert, die ersten Aufnahmen entstanden mit einer einfachen Rollfilmkamera. Aufgewachsen auf dem Lande, waren Naturmotive schon früh ein wichtiger Bestandteil seiner fotografischen Arbeit.

Zu seiner Entwicklung gehörte auch, dass er seine Bilder bereits sehr früh selbst im Labor entwickelte. Bis heute bearbeitet und druckt er seine Fotografien selbst.

Seit 2001 arbeitet er mit digitaler Technik. Der Umstieg von der analogen auf die digitale Fotografie fiel ihm nicht schwer.

Mit künstlicher Intelligenz hat er bisher nur wenige Berührungspunkte. In der aktuellen Ausstellung sind deshalb ausschließlich Fotografien zu sehen, die nicht durch KI generiert oder entsprechend verändert wurden.

Ein ungewöhnliches Bild

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Foto mit Herbstblättern auf weißem Hintergrund. Was zunächst wie eine fotografische Aufnahme wirkt, ist tatsächlich die Kopie von Herbstblättern auf einem Kopierer. Gerade dadurch kommen die intensiven Herbstfarben besonders eindrucksvoll zur Geltung.

Engagement für die Fotografie

Hans-Joachim Kühn engagiert sich nicht nur als Fotograf. Als Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Fotografie (GfF) in Ostdeutschland hat er zahlreiche Ausstellungen und Wettbewerbe mit organisiert, darunter auch das Projekt „100 Bilder“.

Seit dem vergangenen Jahr gehört er zu den beiden Vorsitzenden der GfF. Gemeinsam bereiten die beiden Vorsitzenden bereits die neue Ausschreibung für „100 Bilder“ im Dezember vor.

Auch für das Erpetal hat Hans-Joachim Kühn noch einiges vor: Er plant ein Fotobuch über das Naturgebiet. Im Laufe der Jahre sind mehr als 5.000 Fotografien des Erpetals entstanden – ein beeindruckendes Archiv, aus dem sich sicher viele besondere Motive finden lassen.

Begegnungen, Gespräche und neue Ideen

Bei einem Glas Sekt wurde auf die Ausstellung angestoßen. Anschließend entwickelten sich viele Gespräche. Besonders aufmerksam wurden auch die drei Mappen mit weiteren ausgedruckten Fotografien betrachtet.

Man kam miteinander ins Gespräch, tauschte Erfahrungen aus und freute sich über die Begegnungen. Zwei weitere Fotografen äußerten bereits Interesse daran, das Kulturzentrum für eine eigene Ausstellung zu nutzen.

Damit hat der Abend genau das erreicht, was mit „Galerie 2.0“ beabsichtigt ist: weniger formeller Ausstellungsbetrieb, dafür mehr Begegnung und persönlicher Austausch.

Unser Fazit

Der Abend hat gezeigt:

  1. Soziale Begegnungen sind unersetzbar.
    Man spürt deutlich das Bedürfnis der Menschen nach persönlichem Austausch und Gesprächen.
  2. Künstler und Fotografen erfahren Wertschätzung.
    Das Interesse an ihren Arbeiten und die persönlichen Gespräche geben ihnen eine unmittelbare Rückmeldung.
  3. Kultur braucht nicht immer große finanzielle Mittel.
    Mit Engagement, Improvisation und guten Ideen lassen sich auch mit überschaubaren Mitteln ansprechende Kulturveranstaltungen organisieren.
  4. Begegnungen schaffen neue Impulse.
    Aus einem Gespräch entstehen neue Ideen – für die eigene Kreativität ebenso wie für zukünftige Ausstellungen und Veranstaltungsformate.

„Galerie 2.0“ hat damit einen gelungenen Auftakt erlebt. Ein Abend, der nicht nur die Ausstellung bereichert hat, sondern auch gezeigt hat, wie wichtig Begegnung für kulturelles Leben ist.

Die Ausstellung „Natur-Kleinod Erpetal“ ist noch bis zum 12. Oktober 2026 zu sehen.

EH., 18.09.2026