Workshop One Line Art mit Elena Lauf

im Rahmen der Ausstellung „Der Duft des Sonnenlichts“

IN BEARBEITUNG ! 

Der Workshop „One Line Art“ mit Elena Lauf fand im Rahmen der Ausstellung „Der Duft des Sonnenlichts“ im Kulturzentrum Ratz-Fatz in Schöneweide statt. Nach und nach füllte sich der Raum im Obergeschoss mit interessierten Besucherinnen und Besuchern. Künstlerinnen, Künstler und Neugierige waren gekommen, um diese besondere Zeichentechnik kennenzulernen und selbst auszuprobieren.

Einstieg mit einer Aufwärmübung

Zum Beginn leitete Elena Lauf eine kleine Aufwärmübung an.
Die Teilnehmenden zeichneten mit einem Bleistift, während eine Karte das Papier verdeckte. So konnte man nicht sehen, was gerade entstand. Als Motiv diente ein Gegenstand aus dem Raum oder direkt vor den eigenen Augen.

Die Aufgabe verlangte Konzentration und Vertrauen in die eigene Hand – und machte schnell deutlich: Malen und Zeichnen sind auch ein Erlebnis, ein Prozess des Beobachtens und der Bewegung.

Ein Blick in die Geschichte

In einer kurzen Einführung sprach Elena Lauf über die Entwicklung dieser reduzierten Zeichentechnik. Sie verwies auf die Künstlerin Gabriele Münter, deren Skizzenbücher erhalten geblieben sind. Darin finden sich um 1926 entstandene Zeichnungen, die mit wenigen Linien auskommen und dennoch eine starke Ausdruckskraft besitzen.

Die Idee, mit einer einzigen Linie zu arbeiten, ist also keineswegs neu – sie wirkt aber bis heute erstaunlich modern.

One Line Art heute

Heute begegnet uns die One-Line-Technik in vielen Bereichen.
Sie findet sich in der Werbung, in der Illustration, auf Postkarten oder sogar in Musikvideos. Die klare Linie wirkt minimalistisch, elegant und gleichzeitig sehr lebendig.

Materialien und Übungen

Gearbeitet wurde zunächst mit Transparentpapier und Bleistift. Das erleichterte das Nachvollziehen der Linien und das Experimentieren mit Formen.

Anschließend wagten sich die Teilnehmenden an erste Motive:

  • Birne
  • Apfel
  • Gesicht

Zur Inspiration stand außerdem ein kleines Stillleben bereit – mit Vase, Sprühflasche, Wecker, Trichter und Zuckerdose.

Ein Teilnehmer brachte zusätzlich Tiermotive mit, die er in seiner Umgebung beobachtet hatte. Auch diese dienten als spannende Vorlage für neue One-Line-Zeichnungen.

Jede Linie ist anders

Sehr schnell zeigte sich, dass diese Technik viel Raum für persönliche Handschrift lässt.
Ob vorsichtig und tastend oder mit schnellen, sicheren Linien – jede Zeichnung entwickelte ihren eigenen Charakter.

Am Ende des Workshops lagen viele interessante und überraschend schöne Ergebnisse auf den Tischen. Jeder hatte seinen eigenen Stil gefunden.

Inspiration zum Weiterzeichnen

Wer sich weiter mit der Technik beschäftigen möchte, findet zahlreiche Anregungen im Buch „Dekorative Linie – One Line Art“ von Heinke Nied (Topp Verlag). Darin zeigt die Autorin Schritt für Schritt, wie aus einer einzigen Linie Motive entstehen – von Blumen und Blättern über Gesichter bis hin zu Alltagsgegenständen. Viele Zeichnungen werden zusätzlich mit Aquarellfarben kombiniert.

Dieser moderne Zeichenstil ist vielseitig einsetzbar – etwa für Karten, Journals, Anhänger oder dekorative Motive.

Fazit

Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie viel Ausdruckskraft in einer einzigen Linie liegen kann.
Mit Konzentration, Mut zur Einfachheit und viel Freude entstanden lebendige Zeichnungen.

Und viele der Teilnehmenden nahmen eine schöne Erkenntnis mit nach Hause:
Manchmal braucht es tatsächlich nur eine einzige Linie, um ein Bild entstehen zu lassen.

Egon Höcker, 13.03.2025

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