Leben und Werk
Am 25.03.2026 wäre die 2017 in Berlin verstorbene Malerin Gisela Al Amily 90 Jahre alt geworden. Sie hatte ein außergewöhnliches, von verschiedenen Kulturen geprägtes Leben und hinterließ ein von Qualität und Umfang her beachtliches Werk. Beides wird auf einer umfangreichen, Anfang März von ihrer Familie veröffentlichten Website ausführlich dargestellt (www.giselas-bilder.de).

Gisela Al Amily wurde 1936 in Uelzen geboren. Im Zweiten Weltkrieg erlebte sie Fliegeralarme, Bomben-angriffe und im April 1945 die Entscheidungsschlacht um ihre Heimatstadt, danach Jahre der Entbehrungen. Als junge Frau lebte sie 1960-61 als Au-pair-Mädchen bei einer adligen Familie in Paris und zeitweilig im Château de Villegly, dem Schloss der Familie in Südfrankreich. Anschließend ging sie für neun Monate als Au-pair nach London. Dort lernte sie 1961 ihren aus dem Irak stammenden späteren Ehemann kennen, den sie 1963, gegen den Willen ihrer Eltern, in Viernheim heiratete. Von 1966 bis 1969 lebte die Künstlerin mit ihrem Mann und erstem Sohn in Bagdad und sammelte dort eine Fülle von interessanten Eindrücken. Als die Aussichten in Bagdad durch die schweren Turbulenzen nach dem Sechstagekrieg zunehmend schlechter wurden, kehrte sie 1969 hochschwanger nach Deutschland zurück. Ihr Mann folgte ihr ein Jahr später und fing bei der Firma Philips als Ingenieur an. 1982 erhielt er von Philips eine gute Position in Riad (Saudi-Arabien), und die Künstlerin zog mit ihm und ihrem zweiten Sohn dorthin. Wenige Wochen nach der Ankunft in Riad bekam sie plötzlich unerträgliche Schmerzen in der rechten Seite. Überstürzt flog sie nach Eindhoven, wo ihre von einem großen Tumor befallene rechte Niere entfernt wurde.




Zurück in Riad, geschwächt nach der schweren Operation, suchte sie nach einem Zeitvertreib und sie erin-nerte sich, dass sie in jüngeren Jahren Freude am Malen und Zeichnen hatte. Sie begann, zunächst mit dem Schul-Tuschkasten ihres Sohnes, aus der Erinnerung Miniaturen über das arabische Leben zu malen. Einige Zeit später wurde sie zu Hause von der ebenfalls in Riad lebenden Künstlerin Inge Rose-Grass entdeckt und zum Ausstellen ermutigt. Bereits bei ihrer ersten Ausstellung, einer Gemeinschaftsausstellung in der deutschen Botschaft in Riad 1984, wurden ihre Bilder vom Publikum sehr positiv aufgenommen. Von da an ließ sie die Malerei nicht mehr los.
1985 zurück in Deutschland, besuchte sie in Hamburg fünf Jahre lang ein Malinstitut und entwickelte sich kontinuierlich künstlerisch weiter. Ab 1996 wurde sie selbst erfolgreich für sieben Jahre Leiterin von Malgruppen. 2002 zog sie von Hamburg in den Osten Berlins und fühlte sich dort in ihren letzten 14 Lebensjahren sehr zu Hause. In Riad, Hamburg, Bonn, Uelzen und Berlin, nahm sie insgesamt an ca. 20 Gemeinschaftsausstellungen teil und hatte ca. 10 Einzelausstellungen, die meisten davon in Berlin.
Auf der umfangreichen Website www.giselas-bilder.de wird seit Anfang März 2026 ausführlich über das Le-ben und das Werk der Malerin informiert. Besonders interessant ist, dass die Künstlerin vor allem selbst zu Wort kommt, denn sie hat eine Reihe von Texten über ihr Leben geschrieben sowie einige Gedichte. Darüber hinaus können zwei von der Malerin besprochene Tonkassetten mit einem Vortrag über ihr Leben in Riad und einigen Anekdoten und Geschichten angehört werden. Vom insgesamt ca. 500 Bilder umfassenden Gesamtwerk können deutlich über 100 betrachtet werden, geordnet nach sechs Schaffensperioden. Zahlreiche kommentierte Fotos ermöglichen einen anschaulichen Einblick in das Leben der Malerin.
Für Kunstliebhaber und alle, die an einer inspirierenden, von verschiedenen Kulturen geprägten Lebensgeschichte interessiert sind, bieten die Inhalte der Website wertvolle Anregungen.
Pressekontakt:
Dipl.-Vw. Faris Al Amily,
E-Mail:
Tel.: +49 30 29678993
