Ein Nachmittag voller Licht und Begegnungen
Am Nachmittag der Vernissage zur Ausstellung „Der Duft des Sonnenlichts“ im Ratz-Fatz Kulturzentrum Schöneweide füllte sich der Raum mit vertrauten und neuen Gesichtern. Gäste aus Elenas Familien- und Arbeitskreis waren gekommen, Freunde des Kunstvereins, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter – und viele Besucherinnen und Besucher aus dem Kiez. Trotz Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr durch Streiks fanden zahlreiche Interessierte den Weg zur Ausstellung – und im Laufe des Nachmittags kamen immer wieder neue Gäste hinzu.
Musikalisch eröffnet wurde die Vernissage von Rosa Hädschke (Querflöte) und Tasha Spohr (Gitarre) mit einem klassischen Titel. Die feinen, klaren Klänge schufen sofort jene konzentrierte, ruhige Atmosphäre, die auch Elenas Bilder auszeichnet.
Durch das Programm führte Egon Höcker, der die Gäste begrüßte und durch den Nachmittag leitete.
Jana Schwedler hält die Laudation
Herzlichen Dank an Rosa Händschke und Tasha Spohr für die musikalische Begleitung'
Werner Laube bedankt sich für Elenas künstlerisches Engagement
Elena Lauf spricht über ihre Liebe zur Malerei und bedankt sich für die Organisation der Ausstellung
Eine sehr persönliche Laudatio
Den zentralen inhaltlichen Höhepunkt bildete die Laudatio von Jana Schwedler, einer langjährigen Freundin der Künstlerin.
Sie kennt Elena seit fast 17 Jahren – aus einer Zeit, in der nicht Leinwände und Malerei im Mittelpunkt standen, sondern Schlafrhythmen, Kitaplätze und Familienalltag. Lange war das Malen eingebettet in Beruf, Kinder und Alltag. Erst Jahre später – besonders sichtbar in der Corona-Zeit – wurde deutlich: Das ist mehr als ein Hobby. Es wurde ernst. Konsequent. Entwickelte sich.
Viele der ausgestellten Bilder zeigen Urlaubsmomente, Landschaften, Licht, Wasser – oft auch ihre Kinder. Keine spektakulären Szenen. Keine Dramatik. Sondern stille Augenblicke: Ferienlicht, ein Wintertag, ein ruhiger See. Momente, die man festhalten möchte, weil man spürt, wie schnell sie vergehen.
Besonders eindrücklich war ihr Hinweis auf die Farbwelt der Bilder: fast kein Rot. Keine Signalfarbe. Keine Alarmstimmung. Stattdessen Blau-, Grün- und Erdtöne. Himmel. Weite. Ruhe.
Das ist keine zufällige Farbwahl. Es ist eine Haltung – und gerade heute tut diese Haltung gut.
Kunst verbindet
Ein besonderer Moment war die Ansprache von Werner Laube, dem Vorsitzenden des Kunstvereins. Er nutzte die Gelegenheit, um sich bei Elena für ihr künstlerisches Engagement zu bedanken. Gleichzeitig betonte er, wie wichtig es gerade in unserer heutigen Zeit sei, dass eine russische Künstlerin hier ausstellt. Die Kunst zeige, so seine Worte sinngemäß, die Verbundenheit zwischen Deutschen und Russen – jenseits politischer Spannungen. Ein starkes Zeichen für Dialog und kulturelle Offenheit.
„Der Duft des Sonnenlichts“
Der Ausstellungstitel könnte passender kaum sein. Licht erscheint hier nicht nur als sichtbares Phänomen, sondern als etwas, das man beinahe fühlen kann – erinnern, vielleicht sogar „riechen“.
Im Anschluss sprach Elena selbst über ihren künstlerischen Weg. Diese Ausstellung ist nicht „einfach passiert“. Bewerbungen, Gespräche, Geduld – und sicher auch Absagen – gehörten dazu. Umso größer die Freude, ihre Arbeiten nun in diesem Raum präsentieren zu dürfen. Sie bedankte sich herzlich bei allen Unterstützern, beim Kunstverein, bei den Organisatoren und bei ihrer Familie.
Zum Abschluss spielten Rosa Hädschke und Tasha Spohr noch zwei weitere klassische Stücke – musikalische Bilder, die wunderbar zum Ausstellungstitel passten und den Nachmittag stimmungsvoll abrundeten.
Gespräche zwischen Licht und Leinwand
Nach dem offiziellen Teil blieb Zeit für Gespräche. Und davon gab es viele. Zwischen den Bildern entwickelten sich lebendige Begegnungen – bekannte Gesichter trafen auf neue, Nachbarn kamen ins Gespräch mit Kunstinteressierten, Freunde mit Vereinsmitgliedern. Es war ein offener, warmer Austausch, der zeigte: Kunst schafft Räume – nicht nur an Wänden, sondern zwischen Menschen.
Ausblick
Wer die Vernissage aufgrund der Streiks im öffentlichen Dienst verpasst hat, hat weiterhin Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen – oder selbst kreativ zu werden.

- Am 13. März 2026 von 15–18 Uhr lädt Elena zum Workshop „OneLine“ ein.
- Zur Finissage am 28. März 2026 von 15–17 Uhr steht das Thema „Acrylmalerei“ im Mittelpunkt.
Zur Ausstellung ist zudem ein Katalog erschienen, der alle gezeigten Werke dokumentiert und Einblicke in das künstlerische Schaffen von Elena Lauf gibt.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. März 2026.
Vielleicht entdecken auch Sie Ihren eigenen „Duft des Sonnenlichts“.
EH. 28.02.2026
Laudatio zur Ausstellung
Jana Schwedler, 28. Februar 2026, Ratz-Fatz
Als ich Elena vor fast 17 Jahren kennengelernt habe – das war in der Krabbelgruppe im Frieda-Frauenzentrum – wusste ich ehrlich gesagt nichts von ihren Malambitionen.
Wir haben uns über die Kinder angefreundet. Es ging um Schlafrhythmen, Kita-Plätze und Laternenumzüge – nicht um Leinwände und Acrylmalerei.
Und wenn ich zurückdenke: Ich wüsste auch nicht, wann sie hätte malen sollen. Vollzeitjob. Erst ein Kind, dann zwei. Familienalltag. Das Leben eben.
Erst viele Jahre später – für mich sichtbar besonders in der Coronazeit – merkte ich: Da passiert etwas.
Das Malen war nicht nur ein nettes Hobby. Es wurde ernst. Konsequent. Entwickelte sich.
Wer ihren künstlerischen Weg verfolgt hat, konnte beobachten, wie sie Techniken ausprobierte, verschiedene Stile testete, sich weiterentwickelte. Und immer mit dem Anspruch: Wenn schon, dann richtig. Mit hochwertigen Materialien. Mit Sorgfalt. Mit Geduld.
Viele der Bilder, die wir hier sehen, zeigen Urlaubsmomente, Landschaften, Licht, Wasser – oft auch ihre Kinder.
Es sind keine spektakulären Szenen. Keine großen Dramen.
Es sind diese leisen Augenblicke: Ferienlicht. Ein stiller See. Ein Wintertag.
Momente, die man eigentlich festhalten möchte, weil man spürt, dass sie schnell vergehen.
Vielleicht passt deshalb der Ausstellungstitel so gut: „Der Duft des Sonnenlichts.“
Ein schöner Gedanke – dass Licht nicht nur etwas ist, das man sieht, sondern etwas, das man beinahe fühlen kann. Erinnern kann. Vielleicht sogar „riechen“ kann.
Und mir ist noch etwas aufgefallen – achten Sie gern einmal darauf:
In diesen Bildern gibt es fast kein Rot. Keine Signalfarbe. Keine Dringlichkeit. Keine Alarmstimmung.
Stattdessen viel Blau, Grün, Erde, Himmel. Ruhe. Weite. Licht.
Das ist keine zufällige Farbwahl. Das ist eine Haltung.
Und ich finde, gerade heute tut diese Haltung gut.
Was ich außerdem sagen möchte: Diese Ausstellung ist nicht einfach „passiert“.
Elena hat sich seit einiger Zeit um Ausstellungsmöglichkeiten bemüht. Es gab Ausschreibungen, Bewerbungen, Gespräche, Geduld – und vermutlich auch die eine oder andere Absage.
Umso schöner ist es, dass ihre Arbeiten heute hier hängen – in einem Raum, der ihnen genau die Aufmerksamkeit gibt, die sie verdienen.
Liebe Elena, ich freue mich sehr für dich.
Für deinen Mut, deine Ausdauer und dafür, dass du diesen Teil von dir sichtbar gemacht hast.
Und Ihnen allen wünsche ich nun Zeit. Zeit zum Schauen. Zum Innehalten. Vielleicht entdecken Sie Ihren eigenen „Duft des Sonnenlichts“.
Ich freue mich jetzt darauf, dass Elena selbst noch ein paar Worte sagt – und übergebe das Wort an die Künstlerin.
Zum Katalog „Der Duft des Sonnenlichts“
Der Ausstellungskatalog zu „Der Duft des Sonnenlichts“ begleitet die 20 Werke von Elena Lauf durch vier thematische Werkgruppen: Am Wasser, Alanya, Kurorte und Winter.
Die Leserinnen und Leser erwartet kein klassisches Werkverzeichnis, sondern ein persönlicher, sinnlich geprägter Einblick in die Entstehung der Bilder. Kurze Texte eröffnen atmosphärische Räume: Sommerlicht am Teich, das türkisblaue Meer der Riviera, durchgestaltete Parkanlagen, winterliche Stille in den Bergen. Licht, Geruch, Temperatur und Stimmung werden nicht nur beschrieben – sie werden erfahrbar.
Neben den Werkangaben finden sich poetische Reflexionen über Wahrnehmung, über das Malen als Form des Innehaltens und über die Suche nach Präsenz in einer schnellen, von Bildern überfluteten Zeit. Der Katalog macht deutlich: Diese Malerei will nicht erzählen oder belehren. Sie lädt ein – zum Verweilen, zum Dialog und zum eigenen Erleben.
Wer den Katalog liest, begegnet nicht nur Landschaften, sondern einer Haltung: aufmerksam, sinnlich, ehrlich.
Der lange Weg zum ersten Leuchten
Manchmal beginnt eine Ausstellung nicht mit dem Aufhängen der Bilder – sondern mit einem langen Atem.
Monate zuvor standen Anfragen an verschiedene Galerien im Raum. Hoffnungen, Gespräche, vielleicht auch leise Zweifel. Der Wunsch, die eigenen Werke nicht nur im Atelier, sondern im Dialog mit anderen Augen zu sehen. Schritt für Schritt wuchs der Mut, den nächsten Schritt zu gehen.
Dass schließlich das Ratz-Fatz Kulturzentrum Schöneweide die Türen öffnete, war mehr als nur eine Zusage. Es war ein Signal. Ein Ort, der jungen Künstler:innen Raum gibt – besonders dann, wenn es um die erste Ausstellung geht. Hier wurde sie als Künstlerin gesehen. Entdeckt. Ernst genommen.
Mit großer Sorgfalt entstand die Auswahl:
Zwanzig Bilder, gegliedert in vier Themenbereiche. Eine klare Struktur, die dennoch Raum für persönliche Entdeckungen lässt. Jedes Werk im 70 x 50 cm Passpartout gerahmt – ruhig, wertig, konzentriert. Die Bildtitel bewusst in Schriftgröße 16 Pixel gehalten: präsent, aber zurückhaltend. Nichts drängt sich auf. Die Werke sprechen für sich.
Die Vorbereitung war professionell und durchdacht. Ein präziser Hängeplan entstand – nicht zufällig, sondern komponiert. Beziehungen zwischen den Bildern wurden sichtbar gemacht, Spannungen aufgebaut, Übergänge gestaltet. Eine Ausstellung ist eben nicht nur eine Sammlung von Bildern. Sie ist ein erzählter Raum.
Und dann der Moment des Aufbaus.
Konzentrierte Handgriffe. Letzte Abstände werden geprüft. Ein Schritt zurück, ein prüfender Blick – und noch einer.
Innerhalb kurzer Zeit hing die Ausstellung.
Und plötzlich war sie da: diese Mischung aus Erleichterung, Stolz und leiser Ungläubigkeit.
Ein Strahlen im Gesicht der Künstlerin, das mehr sagt als jedes Konzeptpapier.
Aus Ideen wurden Wände voller Bilder.
Aus Vorbereitung wurde Wirklichkeit.
