Am Sonnabend, dem 10. Januar, fanden im Kulturzentrum Schöneweide zwei Ausstellungseröffnungen statt, die durch ihren besonderen Verlauf und die große Resonanz in Erinnerung bleiben werden. Rund 40 Besucherinnen und Besucher nahmen an der gemeinsamen Vernissage teil.

Zusammen kamen die Gruppe um Ingrid Walter-Kruppe mit Familie und Freunden, Mitglieder des Kunstvereins sowie die Gruppe um Lutz Liebe mit Fotograf:innen des Fotoclub Köpenick und befreundeten Gästen aus dem Umland. Darüber hinaus nutzten auch Besucherinnen und Besucher aus dem Kiez die Gelegenheit, an der Vernissage teilzunehmen und mit den Künstler:innen ins Gespräch zu kommen.

Eine Retrospektive und ein musikalischer Einstieg

Der erste Teil der Ausstellungseröffnung fand im oberen Geschoss des Kulturzentrums statt. Dort wurde die Retrospektive „Mein Leben in Bildern“ von Ingrid Walter-Kruppe eröffnet.
Brigitte Müller begleitete die Vernissage musikalisch am Klavier und schuf einen ruhigen, konzentrierten Einstieg.

Brigitte Müller am Klavier, Katalog liegt im Vordergrund

20260110 Vernissage Ingrid   PeterHerbel 3

Werner Laube spricht über das Leben von Ingrid Walter-Kruppen. Foto von Peter Heibel

20260110 Vernissage Ingrid   EgonH 9

Ausstellungskatalog "Ein Leben mit Bildern"

20260110 Vernissage Ingrid   PeterHerbel 7

Brigitte Müller am Klavier, Foto von Peter Heibel

20260110 Vernissage Ingrid   EgonH 3

Hugo beim Filmen

20260110 Vernissage Ingrid   PeterHerbel 4

Egon Höcker dank Ingrid Walter-Kruppe für die Ausstellung im Kulturzentrum Schöneweide und wünscht, dass viele Besucher sich an den schönen Bildern erfreuen können. Foto von Peter Heibel

Die Laudatio hielt Werner Laube, der das künstlerische Lebenswerk der Malerin würdigte und sie als Brückenbauerin beschrieb – zwischen Generationen, Themen und künstlerischen Ausdrucksformen. Die ausgestellten Arbeiten luden zur intensiven Betrachtung und zum Austausch ein. Auch der zur Ausstellung erschienene Katalog fand bei den Besucherinnen und Besuchern großen Anklang und wurde als wertvolle Ergänzung zur Retrospektive wahrgenommen.

20260110 Vernissage Ingrid   PeterHerbel

Foto von Peter Heibel

Improvisation als Chance

Der zweite Teil der Vernissage führte ins untere Geschoss zur Eröffnung der Fotoausstellung von Lutz Liebe. Zeitgleich tagte dort das SchöneVibes Kollektiv (1). In Absprache mit dem Vorstand konnte ein Zeitfenster für die Ausstellungseröffnung genutzt werden. Gemeinsam mit den Teilnehmenden der Klausurtagung sahen nahezu einhundert Besucherinnen und Besucher die Fotoausstellung im Untergeschoss.

20260110 Vernissage Ingrid   EgonH 4

20260110 Vernissage Ingrid   PeterHerbel 5

Dr. Gundolf Senkel interviewt Lutz Liebe, Foto von Peter Heibel

20260110 Vernissage Ingrid   PeterHerbel 6

Egon Höcker bedankt sich beim Kollektiv SchöneVibes für die Möglichkeit im Rahmen der Klasur, die Ausstellung besuchen zu können. Foto von Peter Heibel

Aus der Situation heraus entstand eine besondere Atmosphäre. Über Lautsprecher erklang afrikanische Musik, die dem Raum einen lebendigen, fast marktplatzähnlichen Charakter verlieh.
In einem Gespräch berichtete Lutz Liebe von seinen Reisen, von Begegnungen mit Menschen und von Veränderungen der Umwelt. Als Randaspekt wurde auch die zunehmende Verschmutzung der Strände in Guinea thematisiert – eine sichtbare Auswirkung moderner Zivilisation.

Gespräche, spontane Runden und neue Verbindungen

Bei Kaffee und Kuchen – vorbereitet von Irena und Vivien – entwickelten sich zahlreiche Gespräche. Es bildeten sich spontane Runden, darunter eine Gruppe der Fotograf:innen sowie eine Gesprächsrunde um Ingrid Walter-Kruppe.

20260110 Vernissage Ingrid   EgonH 5

20260110 Vernissage Ingrid   Egon Höcker 2

20260110 Vernissage Ingrid   Egon Höcker 3

20260110 Vernissage Ingrid   EgonH 6

Georgia schreibt ins Gästebuch

20260110 Vernissage Ingrid   EgonH 7

 

Im Laufe des Nachmittags kam Georgia Hatton, eine englische Künstlerin, zur Vernissage. Begeistert von den Bildern und inspiriert vom Stil entwickelte sich ein intensiver Austausch zwischen den beiden Künstlerinnen.
Ingrid Walter-Kruppe fasste ihre Eindrücke später so zusammen:
Der Tag sei aufregend gewesen, die Auswahl der Werke habe sie beschäftigt, und sie habe sich gefragt, ob die Besucher die tieferen Bezüge – etwa die Parallelen zwischen historischen Motiven und heutigen gesellschaftlichen Umbrüchen – verstehen würden. Die Gespräche und Reaktionen hätten ihr jedoch Mut gemacht.

Ein Gästebucheintrag von Georgia Hatton bringt dies auf den Punkt:
Die Ausstellung habe sie tief beeindruckt, besonders die Radierungen und die Aquatinta-Technik (2). Das Werk „Himmel, Erde, Luft – Brücke“ sei für sie ein Highlight gewesen – ein Erlebnis, das ihre Woche bereichert habe.

Auch aus dem Publikum kam viel positives Feedback. Eine Besucherin schrieb:
Es sei eine sehr schöne Veranstaltung gewesen, bei der die Malerin für ihre Bilder spürbar geehrt wurde.

Kultur für alle

Die beiden Ausstellungseröffnungen verdeutlichten einmal mehr die Bedeutung des Kulturzentrums Schöneweide als Ort der Begegnung, des Kennenlernens und der Vernetzung. Trotz – oder gerade wegen – des improvisierten Ablaufs entstand eine offene und lebendige Vernissage, die von den Gästen sehr positiv aufgenommen wurde.

Beide Ausstellungen sind bis Ende Januar zu sehen.
Jeden Donnerstag von 10 bis 17 Uhr besteht die Möglichkeit, die Werke im Kulturzentrum Schöneweide zu besichtigen.
Der Eintritt ist frei.

Egon.H, 11.01.2025
2026 (c) Fotos von Peter Heibel und Egon Höcker

(1) Das SchöneVibes Kollektiv ist eine Nachbarschaftsinitiative aus Schöneweide. Gemeinsam bringen es Menschen aus dem Kiez zusammen, fördern Umweltbewusstsein, Bildung, soziales Miteinander und kulturellen Austausch. >>zur Website

(2) Die Aquatinta-Technik ist eine Tiefdrucktechnik, die in der Druckgrafik malerische Flächen und weiche Tonwertübergänge erzeugt, ähnlich Aquarell- oder Tuschezeichnungen.

Share Facebook | Link per E-Mail

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.